Mit Psychologie zum Lernerfolg

Lesedauer

7 Minuten

Thema

Lernerfolg

Was verschlägt Psychologen und Psychologinnen in den Bereich E-Learning? Diese Frage wird Simone und mir des Öfteren gestellt – wir haben beide Psychologie studiert (Schwerpunkt Wirtschaft & Pädagogik). Nun, das Hauptziel der Psychologie ist es, menschliches Erleben und Verhalten zu beschreiben und zu erklären. So auch im Bereich “Lernen”. Hier versucht die Psychologie mittels Experimenten und Studien Antworten auf Fragen wie “Wie können wir uns Informationen merken?”, “Wie müssen Informationen aufbereitet sein, damit wir zum aktiven Denken angeregt werden?” oder “Wie müssen Rückmeldungen verpackt sein, damit sie den Wissenserwerb unterstützen?” zu finden. Wir haben im Studium gelernt, “wie der Mensch tickt” – auch im Bereich des Lernens. 

Psychologie und Lernen

Simone hat in ihrem Blogbeitrag zu den drei didaktischen Elementen bereits angedeutet, dass psychologische Prozesse gerade in der didaktischen Aufbereitung von Lernprogrammen eine wichtige Rolle spielen. Denn von ihnen hängt z. B. ab, wie gut sich der User an die vermittelten Inhalte erinnert. Aber auch der Einsatz von Videos im Bereich E-Learning lässt sich anhand von psychologischen Prozessen erklären.

Psychologisches Wissen hilft uns, Lernprozesse zu verstehen, zu erklären und zu optimieren – damit wir digitale Lerninhalte anbieten können, die Spass machen und den Lernerfolg maximieren.

Lernerfolg – Was ist das?

Der Begriff Lernerfolg setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Lernen und Erfolg. Lernen ist der Erwerb und die Veränderung von Wissen, Erfolg bezeichnet das Erreichen gesetzter Ziele. Diese Ziele können selbständig gesetzt (selbstbestimmt) oder von jemand anderem vorgegeben (fremdbestimmt) sein. Selbstbestimmter Lernerfolg meint demnach den persönlichen Erfolg, der durch das Lernen erzielt wird. Der fremdbestimmte Lernerfolg wird meist anhand von Tests gemessen (mehr Informationen zu Abschlusstests findest du in einem meiner vorherigen Blogbeiträge). In Bezug auf Aus- oder Weiterbildungen ist der Lernerfolg sowohl für Unternehmen, als auch für Mitarbeitende selbst ein sehr wichtiger Punkt.

Der Begriff Lernerfolg stammt aus der Psychologie: John B. Carroll (1963) hat die Definition von Lernerfolg massgeblich beeinflusst. Für den Lernerfolg sind gemäss ihm vor allem die folgenden vier Faktoren zentral:

  • Die Qualität und das Verständnis des Inhalts,

  • die zur Verfügung stehende Zeit zur Aneignung der Lerninhalte,

  • die aktive Lernzeit der Lernenden und

  • die Eingangsfähigkeiten der Lernenden.

Wie können wir diese Faktoren mit E-Learning abdecken?

1. QUALITÄT UND VERSTÄNDNIS DES INHALTS

Online wie offline sind die Qualität und das Verständnis der Inhalte das A&O beim Lernen. Gut aufbereitete Inhalte zeichnen sich dadurch aus, dass die Texte für die Zielgruppe verständlich und grammatikalisch fehlerfrei sind, der didaktische Aufbau Sinn macht, das Design ansprechend und das Ziel der Lerneinheit klar definiert ist. Ein grosser Vorteil von Lernprogrammen, Lernplattformen und Erklärvideos ist, dass Text und (Bewegt-)Bilder kombiniert werden können und Inhalte so medial unterstützt werden.

Die Psychologie gibt uns Tipps, wie wir Inhalte aufbereiten können, damit der Lernerfolg möglichst hoch ist:

  • Der Lernerfolg ist grösser, wenn man sich höflich ausdrückt, statt mit direkten Formulierungen zu arbeiten. D. h., man sollte eher schreiben “Das ist leider falsch. Möchten Sie es noch einmal versuchen?” und nicht “Das ist falsch. Versuchen Sie es erneut.” Das fördert positive Gefühle und hat dadurch auch einen positiven Einfluss auf die Motivation.
  • Direktes Feedback hat ebenfalls einen positiven Einfluss auf das Lernen. Daher geben wir dem User immer direkt Feedback, wenn er eine Übung absolviert hat.
  • Durch die Verwendung von verschiedenen Elementen wie Text, Bild, Video und Audio können wir die verschiedenen Lerntypen abholen und so auch die Selbstmotivation fördern.
  • Wird ein Sprecher eingesetzt, sollte diese Stimme eine menschliche sein, und keine computergenerierte.

Wir fördern Qualität und Verständnis des Inhaltes über eine saubere, zielgerichtete didaktische Aufbereitung und verpacken diese in einem ansprechenden Design. 

Korruptionsprävention

2. ZUR VERFÜGUNG STEHENDE ZEIT

Ein grosser Vorteil von E-Learning ist, dass sich die Lernenden die Zeit selbst einteilen und so viel Zeit für die Bearbeitung der Inhalte in Anspruch nehmen können, wie sie brauchen. Somit wird niemand aufgrund mangelnder Zeit benachteiligt.

Wir geben zu Beginn unserer Lernprogramme jeweils an, wie lange die Bearbeitung in etwa dauert, damit die User abschätzen können, wie viel Zeit sie sich ungefähr einplanen sollen. Zudem achten wir beim Aufbau umfangreicher Inhalte darauf, dass wir diese in Kapitel gliedern. So kann das Lernprogramm bei Bedarf unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden.

E-Learning lässt den Lernenden so viel Zeit, wie sie benötigen. Wir gliedern unsere Trainings in Kapitel und geben zu Beginn an, wie lange diese jeweils ungefähr dauern. 

Korruptionsprävention

3. AKTIVE LERNZEIT DER LERNENDEN

Die aktive Lernzeit, sprich jene Zeit, welche sich die Lernenden aktiv mit den Inhalten beschäftigen, bestimmen sie selbst. Wir alle kennen das, interessiert uns etwas oder macht etwas Spass, sind wir motivierter und beschäftigen uns automatisch länger damit. Finden wir etwas langweilig und mühsam, braucht es viel Überwindung. Um durchgängig und konzentriert an einer Aufgabe zu arbeiten, braucht man Selbstkontrolle. Selbstkontrolle meint die Überwindung oder Veränderung eigener Reaktionen – vereinfacht gesagt geht es darum, Versuchungen zu widerstehen, Gewohnheiten zu durchbrechen und Selbstdisziplin auszuüben (Bertrams & Dickhäuser, 2009). Heisst im Lernkontext: Ich beschäftige mich mit den Lerninhalten und nicht mit irgendetwas anderem.

Wir geben unser Bestes, damit die Lernenden unsere Trainings gerne machen. Das versuchen wir neben einer sauberen didaktischen und grafischen Aufbereitung der Inhalte mit viel Interaktivität zu erreichen. Der Lernende muss sich Informationen im Lernprogramm wo immer möglich und sinnvoll selber “holen”, sei es über interaktive Illustrationen und Grafiken, über Prozesse, die selbst ausgeführt oder über Fragen und Übungen, die gelöst werden müssen.

Wir versuchen die aktive Lernzeit der Lernenden hoch zu halten, indem wir sie mit vielen Interaktionen (Illustrationen, Grafiken, Fragen, Übungen) motivieren.

Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

4. EINGANGSFÄHIGKEITEN

Mit den Eingangsfähigkeiten der Lernenden ist sowohl ihre Intelligenz als auch ihr Vorwissen gemeint. Die Intelligenz der Lernenden können wir nicht beeinflussen und das Vorwissen ist meist nicht bei allen in gleichem Masse vorhanden. Bevor wir also ein Lernprogramm erstellen, analysieren wir die Zielgruppe: Wie alt sind die Personen? Welches fachliche und technische Vorwissen bringen sie mit? Wie gut sind ihre Deutschkenntnisse? Anhand dieser Punkte bereiten wir die Inhalte zielgruppengerecht auf. Das heisst z. B., dass wir für Jugendliche eine andere “Sprache” einsetzen als für Erwachsene, dass wir für Personen mit Deutsch als Zweitsprache einen einfacheren Schreibstil verwenden und dass wir uns je nachdem für mehr oder weniger grafische Unterstützung entscheiden.

Um die Zielgruppe abzuholen und zu sehen, ob das Ziel der “zielgruppengerechten Aufbereitung” gelungen ist, führen wir (nicht immer, aber oft) sog. “Usertestings” durch, bei welchen ein Teil der künftigen Lernenden das Lernprogramm vor der definitiven Implementierung testet.

Wer Inhalte zielgruppengerecht aufbereiten will, muss die Zielgruppe kennen. Wir analysieren diese, bevor wir mit der Erstellung von Inhalten beginnen und prüfen mit Hilfe von Usertestings, ob die Inhalte für die Zielgruppe verständlich sind. 

Realisator

Psychologie – ein Must-Have für E-Learning?

Ganz klar: Jein. Ja, weil psychologisches Wissen wichtig ist, um (Menschen und) Lernprozesse zu verstehen und Inhalte entsprechend aufzubereiten. Nein, weil dieses Wissen nicht unbedingt ein psychologisches Studium voraussetzt.

Ich antworte auf die Fragen “Was, du arbeitest im E-Learning? Hast du nicht Psychologie studiert und müsstest Menschen auf der Couch helfen?!” jeweils so:

Ja, ich arbeite im E-Learning. Und ja, ich habe Psychologie studiert. Ich helfe aber nicht Menschen auf der Couch, sondern Menschen vor dem PC Neues zu lernen. Mein psychologisches Wissen ist zwar kein Muss für den Bereich E-Learning, aber es gibt einige kognitive, motivationale und emotionale Faktoren, die wir mit qualitativ hochwertigem E-Learning beeinflussen können. Mein psychologisches Wissen hilft mir, die zu vermittelnden Inhalte in einem Online-Training so aufzubereiten, dass der Lernende gerne und erfolgreich lernt. Aber nicht nur das psychologische Hintergrundwissen hilft mir, Inhalte verständlich aufzubereiten: Ich bin es mir von der Uni auch gewohnt, die zentralen Aussagen aus Texten herauszufiltern und diese verständlich aufzubereiten. Macht Sinn, oder?

Wichtige Anmerkung: Die in dem Blogbeitrag verwendete Definition von Lernerfolg ist nur eine von vielen und deshalb sind die genannten Faktoren auch nicht erschöpfend.

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Mit Psychologie zum Lernerfolg

Autorin: Lisa

Lesedauer: 8 Minuten

Thema: Lernerfolg

Was verschlägt Psychologen und Psychologinnen in den Bereich E-Learning? Diese Frage wird Simone und mir des Öfteren gestellt – wir haben beide Psychologie studiert (Schwerpunkt Wirtschaft & Pädagogik). Nun, das Hauptziel der Psychologie ist es, menschliches Erleben und Verhalten zu beschreiben und zu erklären. So auch im Bereich “Lernen”. Hier versucht die Psychologie mittels Experimenten und Studien Antworten auf Fragen wie “Wie können wir uns Informationen merken?”, “Wie müssen Informationen aufbereitet sein, damit wir zum aktiven Denken angeregt werden?” oder “Wie müssen Rückmeldungen verpackt sein, damit sie den Wissenserwerb unterstützen?” zu finden. Wir haben im Studium gelernt, “wie der Mensch tickt” – auch im Bereich des Lernens. 

Psychologie und Lernen

Simone hat in ihrem Blogbeitrag zu den drei didaktischen Elementen bereits angedeutet, dass psychologische Prozesse gerade in der didaktischen Aufbereitung von Lernprogrammen eine wichtige Rolle spielen. Denn von ihnen hängt z. B. ab, wie gut sich der User an die vermittelten Inhalte erinnert. Aber auch der Einsatz von Videos im Bereich E-Learning lässt sich anhand von psychologischen Prozessen erklären.
Psychologisches Wissen hilft uns, Lernprozesse zu verstehen, zu erklären und zu optimieren – damit wir digitale Lerninhalte anbieten können, die Spass machen und den Lernerfolg maximieren.

Lernerfolg – Was ist das?

Der Begriff Lernerfolg setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Lernen und Erfolg. Lernen ist der Erwerb und die Veränderung von Wissen, Erfolg bezeichnet das Erreichen gesetzter Ziele. Diese Ziele können selbständig gesetzt (selbstbestimmt) oder von jemand anderem vorgegeben (fremdbestimmt) sein. Selbstbestimmter Lernerfolg meint demnach den persönlichen Erfolg, der durch das Lernen erzielt wird. Der fremdbestimmte Lernerfolg wird meist anhand von Tests gemessen (mehr Informationen zu Abschlusstests findest du in einem meiner vorherigen Blogbeiträge). In Bezug auf Aus- oder Weiterbildungen ist der Lernerfolg sowohl für Unternehmen, als auch für Mitarbeitende selbst ein sehr wichtiger Punkt.
Der Begriff Lernerfolg stammt aus der Psychologie: John B. Carroll (1963) hat die Definition von Lernerfolg massgeblich beeinflusst. Für den Lernerfolg sind gemäss ihm vor allem die folgenden vier Faktoren zentral:
  • Die Qualität und das Verständnis des Inhalts,
  • die zur Verfügung stehende Zeit zur Aneignung der Lerninhalte,
  • die aktive Lernzeit der Lernenden und
  • die Eingangsfähigkeiten der Lernenden.

Wie können wir diese Faktoren mit E-Learning abdecken?

1. QUALITÄT UND VERSTÄNDNIS DES INHALTS

Online wie offline sind die Qualität und das Verständnis der Inhalte das A&O beim Lernen. Gut aufbereitete Inhalte zeichnen sich dadurch aus, dass die Texte für die Zielgruppe verständlich und grammatikalisch fehlerfrei sind, der didaktische Aufbau Sinn macht, das Design ansprechend und das Ziel der Lerneinheit klar definiert ist. Ein grosser Vorteil von Lernprogrammen, Lernplattformen und Erklärvideos ist, dass Text und (Bewegt-)Bilder kombiniert werden können und Inhalte so medial unterstützt werden.
Die Psychologie gibt uns Tipps, wie wir Inhalte aufbereiten können, damit der Lernerfolg möglichst hoch ist:
  • Der Lernerfolg ist grösser, wenn man sich höflich ausdrückt, statt mit direkten Formulierungen zu arbeiten. D. h., man sollte eher schreiben “Das ist leider falsch. Möchten Sie es noch einmal versuchen?” und nicht “Das ist falsch. Versuchen Sie es erneut.” Das fördert positive Gefühle und hat dadurch auch einen positiven Einfluss auf die Motivation.
  • Direktes Feedback hat ebenfalls einen positiven Einfluss auf das Lernen. Daher geben wir dem User immer direkt Feedback, wenn er eine Übung absolviert hat.
  • Durch die Verwendung von verschiedenen Elementen wie Text, Bild, Video und Audio können wir die verschiedenen Lerntypen abholen und so auch die Selbstmotivation fördern.
  • Wird ein Sprecher eingesetzt, sollte diese Stimme eine menschliche sein, und keine computergenerierte.
Wir fördern Qualität und Verständnis des Inhaltes über eine saubere, zielgerichtete didaktische Aufbereitung und verpacken diese in einem ansprechenden Design. 
Korruptionsprävention

2. ZUR VERFÜGUNG STEHENDE ZEIT

Ein grosser Vorteil von E-Learning ist, dass sich die Lernenden die Zeit selbst einteilen und so viel Zeit für die Bearbeitung der Inhalte in Anspruch nehmen können, wie sie brauchen. Somit wird niemand aufgrund mangelnder Zeit benachteiligt.
Wir geben zu Beginn unserer Lernprogramme jeweils an, wie lange die Bearbeitung in etwa dauert, damit die User abschätzen können, wie viel Zeit sie sich ungefähr einplanen sollen. Zudem achten wir beim Aufbau umfangreicher Inhalte darauf, dass wir diese in Kapitel gliedern. So kann das Lernprogramm bei Bedarf unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden.
E-Learning lässt den Lernenden so viel Zeit, wie sie benötigen. Wir gliedern unsere Trainings in Kapitel und geben zu Beginn an, wie lange diese jeweils ungefähr dauern. 
Korruptionsprävention

3. AKTIVE LERNZEIT DER LERNENDEN

Die aktive Lernzeit, sprich jene Zeit, welche sich die Lernenden aktiv mit den Inhalten beschäftigen, bestimmen sie selbst. Wir alle kennen das, interessiert uns etwas oder macht etwas Spass, sind wir motivierter und beschäftigen uns automatisch länger damit. Finden wir etwas langweilig und mühsam, braucht es viel Überwindung. Um durchgängig und konzentriert an einer Aufgabe zu arbeiten, braucht man Selbstkontrolle. Selbstkontrolle meint die Überwindung oder Veränderung eigener Reaktionen – vereinfacht gesagt geht es darum, Versuchungen zu widerstehen, Gewohnheiten zu durchbrechen und Selbstdisziplin auszuüben (Bertrams & Dickhäuser, 2009). Heisst im Lernkontext: Ich beschäftige mich mit den Lerninhalten und nicht mit irgendetwas anderem.
Wir geben unser Bestes, damit die Lernenden unsere Trainings gerne machen. Das versuchen wir neben einer sauberen didaktischen und grafischen Aufbereitung der Inhalte mit viel Interaktivität zu erreichen. Der Lernende muss sich Informationen im Lernprogramm wo immer möglich und sinnvoll selber “holen”, sei es über interaktive Illustrationen und Grafiken, über Prozesse, die selbst ausgeführt oder über Fragen und Übungen, die gelöst werden müssen.
Wir versuchen die aktive Lernzeit der Lernenden hoch zu halten, indem wir sie mit vielen Interaktionen (Illustrationen, Grafiken, Fragen, Übungen) motivieren.
Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

4. EINGANGSFÄHIGKEITEN

Mit den Eingangsfähigkeiten der Lernenden ist sowohl ihre Intelligenz als auch ihr Vorwissen gemeint. Die Intelligenz der Lernenden können wir nicht beeinflussen und das Vorwissen ist meist nicht bei allen in gleichem Masse vorhanden. Bevor wir also ein Lernprogramm erstellen, analysieren wir die Zielgruppe: Wie alt sind die Personen? Welches fachliche und technische Vorwissen bringen sie mit? Wie gut sind ihre Deutschkenntnisse? Anhand dieser Punkte bereiten wir die Inhalte zielgruppengerecht auf. Das heisst z. B., dass wir für Jugendliche eine andere “Sprache” einsetzen als für Erwachsene, dass wir für Personen mit Deutsch als Zweitsprache einen einfacheren Schreibstil verwenden und dass wir uns je nachdem für mehr oder weniger grafische Unterstützung entscheiden.
Um die Zielgruppe abzuholen und zu sehen, ob das Ziel der “zielgruppengerechten Aufbereitung” gelungen ist, führen wir (nicht immer, aber oft) sog. “Usertestings” durch, bei welchen ein Teil der künftigen Lernenden das Lernprogramm vor der definitiven Implementierung testet.
Wer Inhalte zielgruppengerecht aufbereiten will, muss die Zielgruppe kennen. Wir analysieren diese, bevor wir mit der Erstellung von Inhalten beginnen und prüfen mit Hilfe von Usertestings, ob die Inhalte für die Zielgruppe verständlich sind. 
Realisator

Psychologie – ein Must-Have für E-Learning?

Ganz klar: Jein. Ja, weil psychologisches Wissen wichtig ist, um (Menschen und) Lernprozesse zu verstehen und Inhalte entsprechend aufzubereiten. Nein, weil dieses Wissen nicht unbedingt ein psychologisches Studium voraussetzt.
Ich antworte auf die Fragen “Was, du arbeitest im E-Learning? Hast du nicht Psychologie studiert und müsstest Menschen auf der Couch helfen?!” jeweils so:
Ja, ich arbeite im E-Learning. Und ja, ich habe Psychologie studiert. Ich helfe aber nicht Menschen auf der Couch, sondern Menschen vor dem PC Neues zu lernen. Mein psychologisches Wissen ist zwar kein Muss für den Bereich E-Learning, aber es gibt einige kognitive, motivationale und emotionale Faktoren, die wir mit qualitativ hochwertigem E-Learning beeinflussen können. Mein psychologisches Wissen hilft mir, die zu vermittelnden Inhalte in einem Online-Training so aufzubereiten, dass der Lernende gerne und erfolgreich lernt. Aber nicht nur das psychologische Hintergrundwissen hilft mir, Inhalte verständlich aufzubereiten: Ich bin es mir von der Uni auch gewohnt, die zentralen Aussagen aus Texten herauszufiltern und diese verständlich aufzubereiten. Macht Sinn, oder?
Wichtige Anmerkung: Die in dem Blogbeitrag verwendete Definition von Lernerfolg ist nur eine von vielen und deshalb sind die genannten Faktoren auch nicht erschöpfend.
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