3 didaktische Elemente, die dein Lernprogramm noch besser machen

Lesedauer

7 Minuten

Thema

Didaktik

Die Themen, welche in Lernprogrammen behandelt werden, sind ganz unterschiedlich: Von Schulungen zu Sicherheitsbestimmungen an Flughäfen über Nothelfer Techniken und IT-Regeln bis hin zu Produkt- und Softwareschulungen. Allen gemeinsam ist, dass komplexe Sachverhalte so aufbereitet werden sollen, dass die Lernenden sie nach Abschluss des Lernprogramms kennen, erklären und/oder anwenden können.

Hier kommen wir ins Spiel: Unser täglich Brot ist es, die Unterlagen verständlich, zielgerichtet und attraktiv aufzubereiten. Bei der didaktischen Aufbereitung der Lerninhalte haben sich in den letzten Jahren drei Must-Haves herauskristallisiert. Diese möchten wir nun mit dir teilen. Aber zuerst: Merke dir die Nummer «079 253 68 12».

Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg

Viele haben beim Absolvieren eines Lernprogramms nur ein Ziel: Sie wollen (resp. müssen) den Abschlusstest bestehen. Die Lernenden so zu informieren, dass sie ein «bestanden» vorweisen können, ist natürlich auch eins unserer Ziele. Um sie von Beginn an möglichst gut darauf vorzubereiten und ihren Blick zu schärfen, nennen wir daher am Anfangs eines Lernprogramms konkrete Lernziele.

Diese sagen den Lernenden genau, was sie nachher wissen, zeigen oder erklären können müssen – sie setzen Anker und leiten durch das Lernprogramm. Dass wir sie zu Beginn nennen, hat neben dem strukturellen auch einen kognitiven Hintergrund: den Primacy-Effekt. Dieser besagt, dass man sich an früher eingehende Informationen besser erinnert, als an später präsentierte. Test dich gerade selbst: Was weisst du noch von der Nummer, die in der Einleitung stand? Die Vorwahl 079? Voilà, der Primacy-Effekt. Vielleicht weisst du auch noch den Schluss 12? Das wäre dann der Recency-Effekt, dazu später mehr.

Fluggastbrücken

Der berühmt-berüchtigte Abschlusstest

Da steht er, am Ende eines fast jeden Lernprogramms: Der Abschlusstest. In den meisten Fällen wird er von Unternehmen ge- und von Lernenden ver-wünscht. Er dient einerseits der Repetition von Inhalten und somit der Festigung von Wissen, andererseits aber auch als klassische Lernkontrolle bzw. als Leistungsnachweis.

Aus didaktischer Sicht bietet ein Abschlusstest dem Lernende wie auch dem Unternehmen einen grossen Mehrwehrt:

  • Lernende sehen, wo sie noch Wissenslücken haben und können diese schliessen. Manchen hilft das Wissen, dass am Ende ein Test folgt dabei, sich zu konzentrieren.
  • Unternehmen erhalten einen Nachweis darüber, wer das Lernprogramm absolviert hat. Die Auswertung z. B. über eine Lernplattform (LMS) ermöglicht Unternehmen Einblicke in systematische Wissenslücken. Darauf könnten sie reagieren.

Wichtig bei Abschlusstests ist, dass nur Wissen abgefragt wird, welches vorgängig vermittelt wurde. Idealerweise erhält der Lernende nach jeder Frage ein Feedback, ob die Antwort korrekt war. So sieht er jederzeit, wo er steht und ob er seine Konzentration erhöhen muss. Zentral beim Abschlusstest ist übrigens auch die Formulierung der Fragen und die Verwendung von passenden Frageformen (Multiple Choice, Hotspot, etc.).

Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Oft erhalten wir Berge von Unterlagen und Informationen, welche geschult werden müssen. Innert kürzester Zeit sollen Anfänger zu Experten gemacht werden – und das ist oft schwierig bis unmöglich. Denn eine geballte Ladung an Informationen kann nicht nur geübte Lernende  schnell überfordern. Es gilt, eine Balance zwischen den Ansprüchen der Unternehmen und derer der Lernenden zu finden.

Neben einer sinnvollen didaktischen Reduktion der Inhalte (wichtiges kommt rein – unwichtiges raus) hat es sich bewährt, am Ende des Lernprogramms nochmals «Das Wichtigste in Kürze» aufzulisten. Das heisst dann «Zusammenfassung», «Merke dir», «Fazit» oder so ähnlich.

Der Grund: Übersicht, Wiederholung und Recency-Effekt. Wie bereits angetönt zeigen Gedächtnisstudien auf, dass zuerst und zuletzt wahrgenommene Informationen besser haften bleiben. Daher sollten am Ende die wichtigsten Informationen wiederholt werden.  Zu diesem Artikel könnte «Das Wichtigste in Kürze» zum Beispiel so aussehen:

Drei Must-Haves für ein noch besseres Lernprogramm

  1. Zu Beginn Orientierung schaffen mit einigen wenigen, konkret formulierten Lernzielen.

  2. Das Wissen in einem Abschlusstest prüfen. So können Inhalte repetiert und Wissenslücken aufgezeigt werden.

  3. Am Schluss sollen die wichtigen Inhalte kurz und knackig zusammengefasst werden.

Mit diesen drei Must-Haves haben wir, die Unternehmen und – wie die „Abschlusstest-bestehens-Quote“ zeigt – auch die Lernenden in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht.

Natürlich braucht es für ein gutes Lernprogramm mehr, als diese drei didaktischen Anker. Ein aus unserer Sicht weiterer, ganz zentraler Punkt das Design. Inhalte sollen so verpackt werden, dass sie attraktiv und professionell aussehen. Denn „Kleider machen Leute“, und „Designs machen Lernprogramme“ – dazu aber ein anderes Mal mehr.

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3 didaktische Elemente, die dein Lernprogramm noch besser machen

Autorin: Simone

Lesedauer: 7 Minuten

Thema: Didaktik

Die Themen, welche in Lernprogrammen behandelt werden, sind ganz unterschiedlich: Von Schulungen zu Sicherheitsbestimmungen an Flughäfen über Nothelfer Techniken und IT-Regeln bis hin zu Produkt- und Softwareschulungen. Allen gemeinsam ist, dass komplexe Sachverhalte so aufbereitet werden sollen, dass die Lernenden sie nach Abschluss des Lernprogramms kennen, erklären und/oder anwenden können.
Hier kommen wir ins Spiel: Unser täglich Brot ist es, die Unterlagen verständlich, zielgerichtet und attraktiv aufzubereiten. Bei der didaktischen Aufbereitung der Lerninhalte haben sich in den letzten Jahren drei Must-Haves herauskristallisiert. Diese möchten wir nun mit dir teilen. Aber zuerst: Merke dir die Nummer «079 253 68 12».
Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg
Viele haben beim Absolvieren eines Lernprogramms nur ein Ziel: Sie wollen (resp. müssen) den Abschlusstest bestehen. Die Lernenden so zu informieren, dass sie ein «bestanden» vorweisen können, ist natürlich auch eins unserer Ziele. Um sie von Beginn an möglichst gut darauf vorzubereiten und ihren Blick zu schärfen, nennen wir daher am Anfangs eines Lernprogramms konkrete Lernziele.
Diese sagen den Lernenden genau, was sie nachher wissen, zeigen oder erklären können müssen – sie setzen Anker und leiten durch das Lernprogramm. Dass wir sie zu Beginn nennen, hat neben dem strukturellen auch einen kognitiven Hintergrund: den Primacy-Effekt. Dieser besagt, dass man sich an früher eingehende Informationen besser erinnert, als an später präsentierte. Test dich gerade selbst: Was weisst du noch von der Nummer, die in der Einleitung stand? Die Vorwahl 079? Voilà, der Primacy-Effekt. Vielleicht weisst du auch noch den Schluss 12? Das wäre dann der Recency-Effekt, dazu später mehr.
Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

Der berühmt-berüchtigte Abschlusstest

Da steht er, am Ende eines fast jeden Lernprogramms: Der Abschlusstest. In den meisten Fällen wird er von Unternehmen ge- und von Lernenden ver-wünscht. Er dient einerseits der Repetition von Inhalten und somit der Festigung von Wissen, andererseits aber auch als klassische Lernkontrolle bzw. als Leistungsnachweis.
Aus didaktischer Sicht bietet ein Abschlusstest dem Lernende wie auch dem Unternehmen einen grossen Mehrwehrt:
  • Lernende sehen, wo sie noch Wissenslücken haben und können diese schliessen. Manchen hilft das Wissen, dass am Ende ein Test folgt dabei, sich zu konzentrieren.
  • Unternehmen erhalten einen Nachweis darüber, wer das Lernprogramm absolviert hat. Die Auswertung z. B. über eine Lernplattform (LMS) ermöglicht Unternehmen Einblicke in systematische Wissenslücken. Darauf könnten sie reagieren.
Wichtig bei Abschlusstests ist, dass nur Wissen abgefragt wird, welches vorgängig vermittelt wurde. Idealerweise erhält der Lernende nach jeder Frage ein Feedback, ob die Antwort korrekt war. So sieht er jederzeit, wo er steht und ob er seine Konzentration erhöhen muss. Zentral beim Abschlusstest ist übrigens auch die Formulierung der Fragen und die Verwendung von passenden Frageformen (Multiple Choice, Hotspot, etc.).
Fluggastbrücken

So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Oft erhalten wir Berge von Unterlagen und Informationen, welche geschult werden müssen. Innert kürzester Zeit sollen Anfänger zu Experten gemacht werden – und das ist oft schwierig bis unmöglich. Denn eine geballte Ladung an Informationen kann nicht nur geübte Lernende  schnell überfordern. Es gilt, eine Balance zwischen den Ansprüchen der Unternehmen und derer der Lernenden zu finden.
Neben einer sinnvollen didaktischen Reduktion der Inhalte (wichtiges kommt rein – unwichtiges raus) hat es sich bewährt, am Ende des Lernprogramms nochmals «Das Wichtigste in Kürze» aufzulisten. Das heisst dann «Zusammenfassung», «Merke dir», «Fazit» oder so ähnlich.
Der Grund: Übersicht, Wiederholung und Recency-Effekt. Wie bereits angetönt zeigen Gedächtnisstudien auf, dass zuerst und zuletzt wahrgenommene Informationen besser haften bleiben. Daher sollten am Ende die wichtigsten Informationen wiederholt werden.  Zu diesem Artikel könnte «Das Wichtigste in Kürze» zum Beispiel so aussehen:

Drei Must-Haves für ein noch besseres Lernprogramm

  1. Zu Beginn Orientierung schaffen mit einigen wenigen, konkret formulierten Lernzielen.
  2. Das Wissen in einem Abschlusstest prüfen. So können Inhalte repetiert und Wissenslücken aufgezeigt werden.
  3. Am Schluss sollen die wichtigen Inhalte kurz und knackig zusammengefasst werden.
Mit diesen drei Must-Haves haben wir, die Unternehmen und – wie die «Abschlusstest-bestehens-Quote» zeigt – auch die Lernenden in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht.
Natürlich braucht es für ein gutes Lernprogramm mehr, als diese drei didaktischen Anker. Ein aus unserer Sicht weiterer, ganz zentraler Punkt das Design. Inhalte sollen so verpackt werden, dass sie attraktiv und professionell aussehen. Denn «Kleider machen Leute», und «Designs machen Lernprogramme» – dazu aber ein anderes Mal mehr.
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